5 falsche Mythen

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Shocking News: Napoleon Bonaparte war gar nicht so klein, wie ihn die englische Propaganda machen wollte. In Wahrheit war er überdurchschnittlich groß und…
nagut, ihr habt ja recht. Das weiß jeder heutzutage. Bei den kommenden 5 Mythen hingegen ist es weit weniger bekannt, dass es sich nur um genau das handelt: Mythen.

Mythos 1: Einstein hatte eine 4 in Mathe

Wenn der eigene Nachwuchs schlechte Noten ins Haus bringt, trösten sich viele mit dem kleinen Reim. „Mein Junge kann immer noch ein Genie sein. Das Notensystem ist einfach schlecht.“
Okay, über das System kann man sicherlich streiten, aber Einstein als Beweis dafür anzuführen, dass man auch mit einer 6 erfolgreich sein kann? Ei das könnte kompliziert werden.
Einstein hatte tatsächlich nicht nur vieren, sondern sechsen in Mathe. Reihenweise steht in seinem Zeugnis die Note 6. Ein Sechserschüler vor dem Herren, das war der gute Albert.

Nur ging der Junge auf eine Schweizer Schule. Und bei den Schweizern sind ja bekanntlich einige Dinge anders. So ist 6 dort die beste Note, 1 die schlechteste.
Also kann es durchaus sein, dass Einstein mal irgendwann eine 4 geschrieben hat. Nur ist das noch immer in der oberen Hälfte des schweizer Systems.

Mythos 2: Salieri vs. Mozart

Ein Mythos, den zugegebenermaßen vielleicht nicht jeder kennt, umfasst den Tod unseres, in alle Ewigkeit geliebten Komponisten „Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart“. Sein Konkurrent Antonio Salieri soll derart eifersüchtig auf das Wunderkind gewesen sein, dass er ihn vergiftet hat.

Hierbei wird das Bild, dass man von Salieri hat, vollkommen verzerrt. Der österreichisch-italienische Komponist galt nicht nur als großes Talent, sondern war an sich sehr bescheiden. Er komponierte nur im Auftrag des Kaiserhauses, und ihm war es egal, dass vier seiner Opern abgelehnt wurden.

Seine Stärke sah er eher in der Ausbildung zahlreicher weiterer Größen der Klassik. Beethoven, Schubert oder Liszt zählen zu seinen Schülern. Er führte zahlreiche Stücke Mozarts auf und übergab ihm sogar die „Regie“ über die Oper „Così fan tutte“, da er den Kollegen für geeigneter hielt.
Seine direkte Arbeit für den Kaiser machte ihn objektiv gesehen auch erfolgreicher, als den halbdeutschen. Er hatte überhaupt keinen Grund, eifersüchtig zu sein.

3. Mythos: Vincent van Goghs Ohr

Ein Bild, dass jeder kennt: Ein alter Mann, mit Verband um das schmale Gesicht geschlungen und der Pfeiffe im Mund, blickt wenig euophorisch zum Maler… also sich selbst. In der 1888er Version eines Burn-outs soll sich der Künstler mit Absynth betrunken und dann das Ohr abgeschnitten haben. Mal ist es das Ganze, dann wieder nur ein Teil. Mal schnitt er nur das Läppchen ab, mal hackte die Klinge ordentlich ins Fleisch.

Dass etwas mit seinem Ohr geschehen ist, ist unumstritten. Jedoch kommt nun mit einer neuen These, frischer Wind in den Fall. Der Maler Paul Gauguin war der Einzige seiner Schulbande, der sich einverstanden erklärte, mit Gogh zusammen zu ziehen und das „Atelier des Südens“ zu bilden – eine Art Künstler-hub, eine Maler-WG, wenn man so will. Jedoch verstanden sich die einstigen Freunde bald nicht mehr. Ständige Streitereien führten zu einem Vorfall, in denen Gauguin zum Messer griff. Ob er Gogh das Ohr abtrennte, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Eine Affekttat erscheint jedoch deutlich wahrscheinlicher, als der verrückt gewordene Maler, auch wenn Van Gogh nachweislich psychologische Probleme hatte.

4. Mythos: Der Erfinder der Glühbirne?

Wer hat’s erfunden? Wem beim Begriff „Glühbirne“ sofort Thomas Edison in den Sinn kommt, wird diese kleine Richtigstellung – Achtung, jetzt kommt’s – höchst spannend finden (+5 fürs Phrasenglas). Denn dem guten Edison sind in seinem Leben eine menge Lichter aufgegangen – nur dieses eben nicht.

Wer die Glühbirne erfunden hat, ist bis Dato ungeklärt. Edison jedoch schaffte es, die Idee zu übernehmen und zu vermarkten. Sein Erfolg begründete sich in seiner Weitsichtigkeit. Wer brauchte Glühbirnen, wenn es kein Stromnetz gab? Wie sollte man die Lampe zum leuchten bringen, ohne Schalter und Drähte?
Edison verknüpfte die einzelnen Elemente, und verkaufte Lösungen, keine Ideen.

5. Mythos: Ferdinand Megellan – der Erste Mensch, er die Erde Umrundete?

In einer Welt vor unserer Zeit, weit vor Länderratings und Troikas, galten Spanier und Portugieser als die Könige der Meere. Sie waren nicht nur in Südamerika stark präsent, sondern strebten auch eine Gewürzroute nach Indien an. Megellan rüstete fünf Schiffe zur Weltumseglung aus und stach 1519 für das spanische Königshaus in See. Soweit die Geschichte.
Entgegen des Mythos aber, starb er während seiner Rekordfahrt auf der Insel Mactan (Phillipinen), als er versuchte, den Einheimischen zu erklären, dass Töten nur dann Spaß macht, wenn es der Vatikan befielt. Die waren anderer Meinung. Technisch gesehen hat er die Weltumrundung also nie zuende gebracht.

tl;dr: Quick & Dirty

Napoleon war nicht klein, Einstein war in Mathe nicht schlecht, Salieri war nicht Eifersüchtig auf Mozart, Vincent van Gogh hat sich sein Ohr wahrscheinlich nicht selbst abgeschnitten, Edison hat die Glühbirne nicht erfunden, Ferdinand Megellan starbt auf halber Strecke bei dem Versuch, die Welt zu umsegeln.

Quellen:

http://scienceblogs.de/frischer-wind/2011/01/04/einsteins-4-in-mathe-ein-bildungsmythos/
http://www.zeit.de/1958/30/mozart-wurde-nicht-ermordet
http://kurier.at/kultur/mozart-und-salieri-keine-gegenspieler-sondern-kollegen/49.253.906
http://www.welt.de/kultur/article2852603/Was-wirklich-mit-Van-Goghs-Ohr-geschah.html
http://www.planet-wissen.de/technik/energie/elektrizitaet/pwiethomasalvaedison100.html
http://www.planet-wissen.de/technik/energie/elektrizitaet/pwiethomasalvaedison100.html
https://www.tk.de/tk/a-z-navigation/m/ferdinand-magellan-pfadfinder-der-meere-10007330/538110

Bild: www.flickr.com

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